lebensbedrohliches Krankheitsbild, bedingt durch eine Überschwemmung der Blutbahn mit aus den Harnwegen eingewanderten Krankheitserregern. In der Regel ist die Urosepsis Folge einer Infektion des Urins bei einer Harnabflussstörung (Harnstauung), z. B. eine infizierte Harnstauungsniere oder Pyonephrose. Die Betroffenen leiden unter hohem Fieber mit Schüttelfrost, Erbrechen und Durchfall, schmerzhaftem Harndrang und meist einseitig auftretenden, kolikartigen Schmerzen in der Flanke. Starke Blässe, Blaufärbung der Lippen, Finger und Zehen, Herzjagen, Kaltschweißigkeit und Bewusstseinsstörungen sind Hinweise auf einen drohenden Kreislaufzusammenbruch. Der Betroffene muss schnellstmöglich in eine Klinik gebracht und intensivmedizinisch betreut werden, da die Gefahr eines septischen, oft tödlich endenden Schocks besteht. Zunächst steht die Stabilisierung der Herz- und Kreislauffunktion im Vordergrund, begleitend werden blutverflüssigende Medikamente gegeben. Je nach Art des Krankheitserregers wird medikamentös mit Antibiotika behandelt. Außerdem muss eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleistet sein.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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