erhöhte Konzentration der oxidierten Form des roten Blutfarbstoffs in den roten Blutkörperchen.
Ursache: Die toxische Methämoglobinämie entsteht durch Aufnahme bestimmter Medikamente bzw. Substanzen, die eine Oxidation von Hämoglobin bewirken, z. B. Phenacetin, Sulfonamide, Chinin, Stickoxide, aromatische Nitro- oder Aminoverbindungen und andere Oxidationsmittel. Säuglinge sind v. a. durch den Genuss von nitrathaltigem Trinkwasser gefährdet. Weitere Ursachen können ein erblicher Enzymdefekt oder ein erblicher Defekt im Hämoglobin sein.
Befund: Das Blut ist schokoladenfarben. Die Betroffenen zeigen aufgrund der Zyanose eine bläuliche Hautverfärbung und weisen einen schlechten Allgemeinzustand auf. Bei einem Anteil des Methämoglobins am Gesamthämoglobin von über 40 % kommt es zu Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Atemnot und Herzrasen sowie Schläfrigkeit. Die Methämoglobinämie kann zur Zerstörung der roten Blukörperchen (Hämolyse), Milz- und Lebervergrößerung sowie zur Nierenschädigung führen. Eine Methämoglobinkonzentration von 70–80 % ist tödlich.
Behandlung: Bei der toxischen Methämoglobinämie muss der auslösende Giftstoff abgesetzt werden und evtl. kann der Betroffene Methylenblau oder Ascorbinsäure einnehmen. Säuglinge dürfen kein nitrathaltiges Trinkwasser erhalten. Bei den erblichen Formen der Methämoglobinämie, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können, ist eine Therapie nicht möglich.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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