Krankheitsbild, das durch krankhaft vermehrte Ausschüttung von Serotonin und ähnlichen Substanzen (Kallikrein, Tachykinin, Prostaglandin) entsteht.
Ursache: Das Karzinoidsyndrom ist überwiegend durch ein Karzinoid bedingt, kann aber auch bei anderen hormonproduzierenden Tumoren auftreten.
Befund: Wichtiges Leitsymptom ist der Flush, eine anfallsweise auftretende Hitzewallung mit Rötung v. a. des Kopfes und Oberkörpers. Diese Attacken treten meist unvermittelt auf, können aber auch durch Stress, Anstrengung, Alkohol oder Essen ausgelöst werden. Sie sind sehr unangenehm, dauern zunächst nur wenige Minuten, in späteren Krankheitsstadien auch länger. Charakteristisch für das Karzinoidsyndrom sind ferner Durchfälle von manchmal mehreren Litern täglich, Bauchschmerzen, Übelkeit und Gewichtsabnahme. Es können auch Luftnot und Rechtsherzbeteiligung (v. a. Endokardfibrose) sowie entzündliche Hautveränderungen bei Sonneneinstrahlung auftreten. Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis von Hydroxyindolessigsäure im Urin.
Behandlung: Der Tumor muss operativ entfernt werden. Zusätzlich kann die Gabe von Serotonin-Hemmern und Zytostatika notwendig sein.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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