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Ekzem

Sammelbegriff für entzündliche, meist juckende, nicht ansteckende Hauterkrankungen. Häufig wird synonym auch der Begriff Dermatitis verwendet.

Ursache und Befund: Nach ihrem zeitlichen Verlauf werden akute Ekzeme mit Rötung, Schwellung, Bläschen, offenen Stellen und Krusten und chronische Ekzeme mit trockener, schuppiger Haut, gesteigerter Verhornung, vergröberter Hautfelderung (Lichenifikation) und Hauteinrissen (Rhagaden) unterschieden. Im Hinblick auf die auslösenden Faktoren erfolgt eine Einteilung in exogene Ekzeme, die nach Kontakt mit bestimmten Stoffen auftreten (Kontaktekzem), und endogene Ekzeme, sozusagen »von innen« kommende Ekzeme wie das atopische Ekzem (Neurodermitis), das nummuläre Ekzem und das seborrhoische Ekzem.

Das nummuläre oder mikrobielle Ekzem ist gekennzeichnet durch scharf begrenzte, gerötete, münzförmige Herde zunächst mit Bläschen, dann mit Schuppung. Es tritt meist nach dem 50. Lebensjahr auf und ist bei Männern häufiger. Die Ursache ist nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, dass es durch eine allergische Reaktion auf Bakterien entsteht.

Beim seborrhoischen Ekzem gibt es eine vorwiegend bei Säuglingen auftretende Form und eine, die im Erwachsenenalter, meist bei Männern, vorkommt. Beim seborrhoischen Ekzem des Säuglings zeigen sich vorwiegend am behaarten Kopf, hinter den Ohren und im Gesichtsbereich fettige, gelbliche Schuppenkrusten, die im Bereich des Kopfes als Gneis bezeichnet werden. Das Ekzem kann sich auf den gesamten Körper ausbreiten. Beim seborrhoischen Ekzem des Erwachsenen treten scharf begrenzte, braunrote Herde mit fettiger, gelblicher, kleieartiger Schuppung und nur geringem Juckreiz bevorzugt in Hautregionen mit vielen Talgdrüsen auf. Menschen, die stark schwitzen und fettige Haut (Seborrhö) haben, sind häufiger betroffen. Als Ursachen werden vorwiegend eine starke Talgproduktion sowie eine mikrobielle Besiedelung der Haut mit Pilzen und Bakterien angesehen.

Behandlung: Neben der Erhebung der Krankengeschichte und der Hautinspektion sind zur Abklärung der Ursachen weitere Untersuchungen erforderlich, z. B. Allergietestungen (Allergie) oder ein Abstrich zum Erregernachweis. Die Therapie hängt von der Ursache und vom Hautbefund ab. Meist werden juckreizstillende Mittel oder Kortisonpräparate lokal angewendet. Chronische, trockene Ekzeme werden mit harnstoffhaltigen Salben behandelt, beim seborrhoischen Ekzem werden meist Cremes oder Shampoos verwendet, die Antipilzmittel enthalten.

Ekzeme verschlechtern sich durch häufigen Kontakt mit Wasser sowie Reinigungs- und Putzmitteln. Daher sollten bei Feuchtarbeiten wie Putzen oder Spülen möglichst Gummihandschuhe (innen mit Baumwollbeschichtung) getragen und Wasserkontakt weitgehend gemieden werden. Ist dies nicht möglich, sind die Hände anschließend gut einzufetten.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010

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