fehlende Enddarmkontrolle bei Kindern jenseits des 4. Lebensjahres. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Primäres Einkoten bezeichnet den Nichterwerb, sekundäres Einkoten den Verlust der willentlichen Kontrolle über die Darmentleerung.
Ursache: Chronische Verstopfung, Verspannungen des Schließmuskels, schmerzhafte Schleimhauteinrisse im Bereich des Afters mit daraus resultierendem Stuhlverhalt oder neurologische Erkrankungen können ursächlich sein. Bei einem erheblichen Teil der Kinder ist die (unbewusste) Verweigerung, die Stuhlkontrolle zu erlernen, Ausdruck einer allgemeinen psychomotorischen Entwicklungsverzögerung oder schwerer psychischer Störungen. Vor allem das sekundäre Einkoten kann eine Reaktion auf Konfliktsituationen sein.
Behandlung: Die Therapie gestaltet sich mitunter sehr langwierig und frustrationsreich. Ein schlaffer Schließmuskel kann trainiert, ein verspannter durch mechanische Aufdehnung in Narkose aufgeweitet werden. Bei verhaltensgestörten Kindern wird ein behutsames, motivierendes Stuhltraining durchgeführt. Zusätzlich sollten belastende Begleitumstände berücksichtigt und evtl. eine begleitende Familien- oder Spieltherapie durchgeführt werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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