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Brucellose

Gruppe weltweit verbreiteter, meldepflichtiger Infektionskrankheiten durch Bakterien der Gattung Brucella.

Ursache: Die Erreger sind weltweit verbreitet. Der Mensch steckt sich über Zuchttiere an (Anthropozoonose). Das Malta‐Fieber wird durch Ziegen, Schafe oder deren Produkte (meist Milcherzeugnisse) übertragen. Die Bang-Krankheit ist in Mitteleuropa die häufigste Brucellose und wird durch Rinder (Kuhmilch) übertragen. Sehr selten kommen Schweine, Katzen oder Hunde als Überträger des Bakteriums in Betracht. Meist sind bestimmte Risikogruppen wie Landwirte, Schäfer, Metzger oder Tierärzte von der Erkrankung betroffen. Neben der Aufnahme über die Nahrung kann eine Ansteckung durch Kontakt mit infizierten Tieren über kleinste Verletzungen der Haut erfolgen.

Befund: Alle Brucellosen haben einen ähnlichen Verlauf. Einige Wochen bis Monate nach der Ansteckung treten zunächst unklare, grippeähnliche Allgemeinerscheinungen wie Fieber oder Gliederschmerzen auf. Im weiteren Verlauf kommt es z. T. zu wiederkehrenden Fieberphasen mit einem charakteristischen, wellenförmigen Verlauf (undulierendes Fieber). Das Fieber beginnt oft abends und steigt bis zu 40 °C, bleibt über 20–30 Tage erhöht, dann sinkt das Fieber wieder. Anschließend beginnt eine neue, gleichartig verlaufende Fieberphase. Oft sind Leber und Milz vergrößert (Hepatosplenomegalie). Bei chronischen Verläufen entstehen v. a. in Leber und Knochen abgegrenzte entzündliche Gewebsveränderungen (Granulome), die narbig ausheilen.

Behandlung: Die Krankheit ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, im Verdachtsfall sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Wenn keine adäquate Behandlung durch Antibiotika erfolgt, sind chronische Verläufe über Jahre keine Seltenheit. In Abhängigkeit von der Abwehrlage kann die Infektion auch bei vorübergehender Heilung nach Jahren erneut aufflammen, weil die Erreger in bestimmten Körperzellen lange überleben können.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 07.12.2010

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